Web 2.x: Erschließung authentischer Zielgruppen durch Emotionalisierung: direkte Interaktion mit Kunden, Neukunden und der klassischen Fachpresse im B2B-Marketing

Fachartikel-Serie: Social Media Marketing und Weblogs im Industriegütermarketing vs. Fachpressearbeit – eine kontroverse Auseinandersetzung in sechs Teilen. Teil 3.

[Social Media bedeutet Interaktion – machen Sie mit, teilen Sie Ihre Erfahrungen und Meinungen mit anderen Lesern! Kontaktmöglichkeiten am Ende dieses Beitrags.]

Fachpressearbeit ist solides Handwerk. Journalisten glücklich machen, indem man sie bei ihren Recherchen unterstützt und ihnen hochwertiges Material für ihre Beiträge liefert: druckfähige Fotos per Link-Klick, Copy&Paste-barer lesbarer Fachtext ohne viel Schickschnack, ein kleiner Nachfass hier, ein gemeinsames Getränk auf einer großen Messe da. Man kennt sich eben und weiß, wo die Bedürfnisse des Gegenübers liegen. – Der alte Hut.

Wie aber erschließt man sich die trendy 30er-Zielgruppe? Technikaffin, herrlich kommunikativ, mit den neuen Medien aufgewachsen und unendlich authentisch. Sollen wir Pressemitteilungen etwa zu den themenbezognen Blogs schicken? Der direkte Weg in den Spam-Ordner der Adressaten wäre vorprogrammiert. Was gilt es also zu tun, im Umgang mit diesem scheuen Wild, der Blogosphäre? Und ist das Leben online wirklich der Multiplikator, den sich modern ausgerichtete PR-Manager aus Industrie und PR-Agenturen so sehr erhoffen?

Blogger-PR – das größte Gefahrengut unserer Zeit?
Das wundervolle am Bloggen ist zweifelsohne die Tatsache, dass man frei nach Schnauze kommentieren, kritisieren und zicken kann. Nichts ist an journalistische Maßstäbe gebunden, was zählt ist die eigene Meinung. Wie aber kriegen wir unsere Message in die eigene Meinung eines Bloggers? – Bestechung via Anzeigenschaltung? – Wurde schon versucht und als es in der Blogosphäre publik wurde, war es ein Riesenskandal und die Glaubwürdigkeit der Protagonisten sank gen Null. So auch die Besucherzahlen. Vorsicht ist geboten. Glaubwürdigkeit und Authentizität sind das A und O in Blogs, und wehe ein großes, international agierendes Unternehmen hat da die Finger im Spiel. Es sei denn, das große Unternehmen bloggt selbst…

 

Social Media Marketing: Die digitale Mundpropaganda

Zielgruppe: sehr potent
Das Risiko, sich in der potenziellen Zielgruppe unbeliebt zu machen, ist enorm. Auf der anderen Seite winken natürlich die fantastischen Vorteile der Beliebtheit beim Klientel. Leser oder gar Abonnenten von technischen Blogs sind hervorragend ausgebildete, oft akademische junge dynamische Individuen. Um die 30 Jahre, gerade im Berufsleben Fuß gefasst, Familie und alle dazugehörigen Investitionen in Aussicht. Es ist der Typ von Menschen, der es innerhalb absehbarer Zeit zu viel Kaufkraft bringen wird oder derer bereits habhaft ist. Und der nächste Schritt auf der Karriereleiter macht ihn beispielsweise zum Produktionsleiter, Werksleiter oder Einkäufer und damit zum Mitglied im Buying Team eines Investitionsgüterunternehmens, wo er einen gravierenden Einfluss auf die Beschaffung nimmt. Andererseits braucht er für seine fundierten Entscheidungen Informationen, muss sich eine Meinung bilden, etwa in Blogs und in Social Media-Foren. Selbst redundante Informationen im Netz gelten wenigstens als Indiz für die Glaubwürdigkeit eines Produkts.

Die Themenwahl ist allerdings mehr als knifflig. Was beschäftigt die aktuelle Generation von technikbegeisterten, dreißigjährigen Berufseinsteigern? Technik, ohne Frage. Architektur und Innenarchitektur im weitesten Sinne, auch jenseits von Ikea. Nachhaltigkeit der Umwelt gegenüber und Fairness den produzierenden Ländern gegenüber. Und natürlich Erlebnisse und Erfahrungsberichte rund um den eigenen Job – solche die man teilen möchte, aber auch Meinungen, die der User abfragt. Haben wir als Unternehmen solche Geschichten zu erzählen? Dann ab in den Firmenblog damit. Und bitte: Interaktivität zulassen!

 

Social Media Marketing und Blog-PR für digitale Mundpropaganda (Buzz).

Der Mehrwert von Internet-PR: Interaktivität. Es gibt tatsächlich Leser, die uns auch etwas sagen möchten
Von den fantastischen Google-Rankings, die einem Online-Klatsch und Tratsch einbringen einmal ganz abgesehen: Potenzielle Kunden – und das gilt ebenso für die Experten und Entscheider unter ihnen – wollen zukünftig ihre ganz spezielle eigene Meinung kundtun. Und zwar öffentlich. Im vollen Bewusstsein, dass es viele Menschen gibt, die das Gleiche umtreibt, werden Kommentare geschrieben. Kommentare sind hoffentlich erwünscht. Und Kritik erst recht! Wie soll Verbesserung stattfinden, ohne zu wissen, was nicht ganz so optimal gelaufen ist? Standardisierte Feedbackformulare, die nicht beantwortet werden sind von 1995 und gehören gelöscht.

Kritik findet im Internet, insbesondere in Blogs, ganz unverhohlen und ungeniert statt. Ja ja, der Deckmantel der Anonymität. Vergessen wir das. Es ist eine Generation herangereift, die es sich wünscht, nahezu provoziert, Feedback zu den eigenen Kommentaren, seien sie nun positiv oder auch nicht, zu bekommen.

Interaktion mit einer Marke auf der einen Seite, Interaktion mit der Zielgruppe auf der anderen ist alles. Konfrontation sogar noch mehr. Markenidentifikation durch das gegenseitige An-Sich-Reiben. Oder besser noch durch die gegenseitige Interaktion. Apple, Microsoft und T-Mobile kriegt man nicht. Pah! Und was wenn doch? Und wenn das privat funktioniert, dann will ich auch unseren Werkzeuglieferanten verbessern, den Service unseres Anlagenherstellers und die Leute, mit denen ich jeden Tag im Büro zu tun habe. Es gibt viel zu verbessern auf der Welt. Überall. Und ich bin nicht allein!

Fiktive Fragen
Nahe liegende Erwägungen, die wir nicht zum Bestandteil unserer Erörterungen gemacht haben, weil sie eher in die Werbung gehören. Hier als fiktive Fragen an einen einflussreichen Blogger:
– Ökonomie und Blogs: Werbung okay? Auch inhaltliche?
> „Ja, das geht klar. Schließlich gibt es mittlerweile hauptberufliche Blogger. Allerdings wehre ich mich persönlich gegen Einflussnahme via Werbeschaltungen. Den Inhalt bestimme immer noch ich!“
– Findest Du irgendein Produkt/Brand total cool/uncool, das immer mal wieder in Deinen Posts auftaucht?
> „Ich kann es nicht leiden, wenn mit Copy and Past gearbeitet wird. Unglaubwürdige Masseneinträge lösche ich und kritisiere sie auch scharf.“
– Gesponserte Posts: Ja oder Nein?
> „Bloß nicht! Genau diese Verquickung von Content und Kommerz finde ich unerträglich.
– Wenn sponsern: Wie? Anzeigenschaltung? Direkte Zahlungen?
> „Von Sponsoring halte ich nichts – das ist mir zu versteckt. Werbung, die in meinem Blog auch als solche gekennzeichnet ist, finde ich hingegen völlig ok. Und Produkte zum Ausprobieren und Testen – immer her damit!“

Als Agentur sind wir übrigens so überzeugt von den neuen PR-Tools im Investitionsgütermarketing, dass wir ein neues Produkt dazu kreiert haben: „Social Media Marketing und Blog-PR für digitale Mundpropaganda (Buzz)“: http://www.ofischer.com/produkte/social-media-marketing-smm.html. Umfassend stellen wir dieses neue Produkt im sechsten und letzten Teil dieser Fachartikel-Serie vor. Vorab sei nur so viel verraten: Es geht um Überzeugung der Key Player unter den Social Media-Netzwerkern und den Bloggern.

Bisher erschienene Fachartikel in der Serie: Social Media Marketing und Weblogs im Industriegütermarketing vs. Fachpressearbeit – eine kontroverse Auseinandersetzung in sechs Teilen.

Bloggen Sie mit dem Inhaber von ofischer communication, Oliver Fischer, persönlich.

Ihre Meinung ist gefragt
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